The World of Music Video

Januar bis 16. Oktober 2022
84 Musikvideos aus 30 Ländern weltweit, präsentiert auf 62 Großleinwänden mit bis zu sieben Metern Breite sowie 22 Sony-Kubus-Monitoren auf Sockeln.
Öffnungszeiten:
Ab 1. April: Täglich 10 bis 19 Uhr
Eintrittspreise in das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und alle Ausstellungen:
17 Euro | Ermäßigt: 15 Euro
Jugendliche und Schüler bis 18 Jahre: Eintritt frei
voelklinger-huette.org

The World of Music Video

Musikvideos sind Zeichen unserer Zeit und integraler Bestandteil unserer Gegenwartskultur, weltweit abrufbar, weltweit produziert – ein Nukleus der globalen Unterhaltungsindustrie. Zugleich sind sie eine Welt für sich in ihrer einzigartigen Verschmelzung von Film, Musik, Kunst, Tanz und Zeitfragen. Diese Welt zu erkunden, ist das Ziel der Großausstellung zur Geschichte und Gegenwart des Musikvideos im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Musikvideos sind Gesamtkunstwerke im Minutentakt, eine besondere Kreativ-Plattform für Musiker:innen, Filmregisseur:innen, Künstler:innen, Designer:innen und Choreograph:innen. THE WORLD OF MUSIC VIDEO im Weltkulturerbe Völklinger Hütte macht diese faszinierende und hybride Kulturform vom 22. Januar bis 16. Oktober 2022 zum Thema – opulent und dezidiert zugleich. Es geht nicht nur um musikalische und filmkünstlerische Qualität, sondern auch um brennende Inhalte: KI, Klimawandel, politische, psychische und physische Gewalt sowie Genderfragen aller Art. So entsteht ein in dieser Form noch nie realisiertes Panorama des Genres Musikvideo.

„Über achtzig der interessantesten Musikvideos der letzten Jahre und Jahrzehnte verdichten sich im Weltkulturerbe zu einem großartigen Parcours und Panoptikum der Kunstform. Wir wollen emotional wie intellektuell inspirieren, körperliche Erfahrung ist garantiert in diesem veritablen Musikvideo-Kosmos“, so Dr. Ralf Beil, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte und Kurator der Ausstellung: „Ihre Augen werden Ohren machen!“

Einmalig ist schon der Ausstellungsort: Die originalgetreu restaurierte Gebläsehalle samt Verdichterhalle, die nun von sämtlichen Einbauten und Teppichböden befreit ist, wird zum kongenialen Schauplatz der musikalischen Projektionen: Über sechzig Großleinwände mit bis zu sieben Metern Spannweite scheinen zwischen den riesigen Maschinen auf, Monitore leuchten in intimeren Nischen. Und wer Courage hat, blickt oder steigt hinab in die Unterwelt der wieder freigelegten Schächte, wo Filme mit drastischerem Inhalt laufen.

Zu sehen sind neben Videos wie „Stress“ von Romain Gavras zum Soundtrack von Justice, die durch ihre radikalen Bilder provozieren, auch zahlreiche ironische, verspielte und humorvolle Beiträge wie „Bad Guy“ von Billie Eilish. Im unmittelbaren Zusammenwirken der einzigartigen, historischen Aura der Gebläsehalle mit der zeitgemäßen Multimedia-Szenerie ist THE WORLD OF MUSIC VIDEO eine der ungewöhnlichsten Ausstellungen, die das Weltkulturerbe bis dato realisiert hat.
Musikvideos sind weder reine Kunst, noch reiner Kommerz. Ausgerechnet mit der Antihymne „Smells Like Teen Spirit“ und einem Low-Budget-Video im Geiste des Punkrock wurden Nirvana zu Superstars. Schon diese bittersüße Pointe der Pop-Geschichte zeigt: Das Musikvideo ist untrennbar mit der Kulturindustrie und ihren weltweiten Erfolgen verwoben. Werbefilme werden zu Kunst wie beim „Mutant Brain“-Video von Spike Jonze für Kenzo World. Andererseits sind bedeutende Künstler:innen wie Laurie Anderson, Joseph Beuys („Sonne statt Reagan“), Yoko Ono oder Andy Warhol zugleich Pioniere des Crossover-Mediums. Und The Carters erobern als „Celebrities of Color“ den Louvre mit seinen Meisterwerken der Hochkultur. Ob Hieronymus Bosch, eine Mülldeponie in Afrika oder die One-Minute-Sculptures von Erwin Wurm, das Musikvideo kann in den besten Werken seines Genres jedes Material und Thema virtuos besetzen.

Das Zusammenspiel unterschiedlichster Filme mit dem grandiosen Raumeindruck der Gebläsehalle führt zu immer neuen Assoziationen und Verbindungen. Dank eines Mediaguide-Systems mit Kopfhörern, das automatisch synchron die Soundtracks abspielt, sobald man sich einer Leinwand oder einem Monitor nähert, erfolgt der Gang durch die Schau quasi intuitiv. So wird die Gebläsehalle mit der Ausstellung THE WORLD OF MUSIC VIDEO selbst zu einem Gesamtkunstwerk, das mit allen Sinnen erlebt werden kann. Es gibt genügend Platz zum Tanzen, aber auch zum Nachdenken über eines der Schlüsselmedien der Kulturindustrie.

Der Katalog
Zur Ausstellung erscheint im März 2022 das gleichnamige Katalogbuch, herausgegeben von Ralf Beil, gestaltet von KomaAmok, im Hatje Cantz Verlag: 448 Seiten, 32 x 24 cm, Klappenbroschur, deutsche und englische Ausgabe.
Mit Essays von Daniel Bauer, Ralf Beil, Henry Keazor, Swantje Lichtenstein und Heike Sperling sowie Texten zu jedem Musikvideo von Daniel Bauer, Jeanette Dittmar, Sonja Eismann, Dominique Haensell, Rinko Heidrich, Manfred Heinfeldner, Justina Heinz, Ernst Hofacker, Daniel Hornuff, Hendrik Kersten, Daniel Koch, Frank, Krämer, Julius Krämer, Jonathan Kunz, Sebastian Lessel, Jessica Manstetten, Thorsten Nagelschmidt, Hendrik Otremba, Jens-Christian Rabe, Stephan Rehm Ronzanes, Corinna Schneider, Fabian Soethof, Vivien Trommer, Jakob Uhlig, Linus Volkmann und Thomas Winkler.

Bis zum Erscheinungsdatum des Kataloges im März gilt ein Subskriptionspreis von € 30,- im analogen und digitalen Museumshop des Weltkulturerbes, danach kostet das Katalogbuch €48,- im Weltkulturerbe, im Buchhandel € 58,-.

Die Künstler:innen
ACAPULCO | Emmanuel Adjei | a-ha | Jonas Åkerlund | Guillaume Alric | Jonathan Alric | Kevin Altieri | Laurie Anderson | Ape Drums | Arctic Monkeys | The Art of Noise | Daniel Askill | Assassin | Philip G. Atwell | Meiert Avis | Roger Ballen | Baloji | Steve Barron | Shirley Bassey | Samuel Bayer | Leo Berne | Joseph Beuys | Beyoncé | Kaam Bhaari | Björk | The Blaze | David Bowie | Buckethead | David Byrne | The Cars | The Carters | Tommy Cash | Nick Cave & The Bad Seeds | The Chemical Brothers | Cho Soo-Hyun | Chris Cunningham | Daft Punk | Deichkind | Nigel Dick | Dido | Die Antwoord | Terence Donovan | DoRo | Dr. Dre | Billie Eilish | Eminem | Eve | Falco | Foo Fighters | David Fincher | FKA twigs | Matt Forrest | Paul Fraser | Fred again.. | Peter Gabriel | Clement Gallet | Syd Garon | Romain Gavras | Genesis | Genetikk | Get Well Soon | Gloria | Nick Goffey | Michel Gondry | Jean-Paul Goude | Bruce Gowers | Howard Greenhalgh | Guns N’ Roses | David Harris | Peter Harton | Dominic Hawley | Max Headroom | Headie One | Heavy Baile | Joern Heitmann | Eric Henry | John Hillcoat | Anna Himma | Wayne Isham | Stephen R. Johnson | Grace Jones | Spike Jonze | Justice | Philipp Käßbohrer | Kinopravda | Kiss Nuka | The Knife | Lady Gaga | Oren Lavie | Ringan Ledwidge | Leningrad | Lil Nas X | Little Big | Len Lye | Todd McFarlane | Páraic McGloughlin | Madonna | Make the Girl Dance | David Mallet | Pierre Mathieu | M|A|R|R|S | Mashrou’ Leila | Massive Attack | Vladimir Mavounia-Kouka | Dieter Meier | Dave Meyers | Andrew Morahan | Tanu Muino | Russell Mulcahy | Don Munroe | Erin Murray | Ilja Naishuller | Yuval Nathan | Merav Nathan | Nine Inch Nails | Ninja | Nirvana | Yoko Ono | Robert Palmer | Alina Pasok | Peaches | The Peach Kings | Pearl Jam | Peder | Pet Shop Boys | Jesse Peretz | Tom Petty and the Heartbreakers | Piero Pirupa | P.K. 14 | Placebo | Die Prinzen | Propellerheads | Ilya Prussikin | Pussy Riot | Psy | Queen | Şanışer | Sasha Rainbow | Red Hot Chili Peppers | Johan Renck | Raf Reyntjens | Dave Robinson | Raphaël Rodriguez | Mark Romanek | Pedro Romhanyi | Zbigniew Rybczyński | Ricky Saiz | Jeremy Schaulin-Rioux | Timo Schierhorn | Scorpions | Leah Shore | Sia | Britney Spears | Sam Spiegel | Walter A. Stern | Stromae | Talking Heads | Julien Temple | Thao and the Get Down Stay Down | Jovan Todorovic | Traktor | Paul Trillo | U2 | Tracey Ullman | UWE (Auge Altona) | Vaundy | Daniel Venosa | The Verve | Waboku | Andy Warhol | Weval | The White Stripes | Yeah Yeah Yeahs | Yello | Young Fathers | Yousef | James Yukich | YUNG GODS | Manuel Zoller | Zoot Woman

Das Rahmenprogramm
Zahlreiche Live-Konzerte – insbesondere von Akteur:innen, deren Musikvideos in der Schau zu erleben sind – werden die Ausstellung begleiten. Am 28. Mai spielt die russische Punkrock-Band PUSSY RIOT in der Gebläsehalle des Weltkulturerbes. Die Feministinnen und Aktivistinnen erreichten weltweite Aufmerksamkeit durch ihren regierungs- und kirchenkritischen „Punk Prayer“ in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar 2012. Als Folge dieser Aktion, die nur 41 Sekunden dauerte, wurden die drei Bandmitglieder festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt. Das Konzert findet in Kooperation mit der Villa Lessing – Liberale Stiftung Saar statt. Im Juni hoffen wir, die kanadische Electroclash-Sängerin und Kultperformerin PEACHES in der Völklinger Hutte zu Gast zu haben. Seit 2000 benutzt sie dieses Pseudonym, das einem Song von Nina Simone entstammt. Ihre provokativen Bühnenshows haben der Electroclash-Bewegung den Weg bereitet, zugleich komponiert sie Rockopern und ist als Performancekünstlerin aktiv. Weitere Konzerte sind in Planung, u.a. mit der Deutsch-Rap-Crew GENETIKK. Ihre Home Base ist das Studio Factory in Saarbrücken, 2021 haben sie ihr Musikvideo „Vielleicht“ in der Völklinger Hütte gedreht – es ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

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